Yogastudio im Aufbau trifft Coronavirus

Aktualisiert: Juli 8

...und was übrig bleibt


Die Coronakrise hat alles auf den Kopf gestellt- bei mir, in meinem Yogastudio, in meiner Familie, in der Gesellschaft in der ich lebe. Auf dem Planeten auf dem ich zu Hause bin.


Was tun, wenn alles wegbricht? Ganz klar- weiter machen!


Es ist Mitte März- und ich liebe das Frühjahr. Weihnachten ist vorbei, die Menschen sind ruhiger geworden. Das erwachende Frühjahr weckt den Wunsch sich zu bewegen, an seinen guten Vorsätzen zu arbeiten. Das Jahr ist jung und die Ambitionen hoch. Hoffnung liegt in den erwachenden Sonnenstrahlen und in jedem Blättchen, in jeder Blüte und jedem Frühlingshauch, der immer auch etwas Neues in sich trägt.

Dann kam Corona und mit im Schlepp die Schließung meines Yoga-Studios, der komplette Wegbruch aller Einnahmen. Und der kompletten Einnahmen meines Mannes. Mein Schock war überschaubar- die panische Starre hielt genau sechs Tage an.

Diese fast hypnotische Starre war intensiv- und voller Gedankenkarussels, Schlaflosigkeit, Trauer um das, was ich mir erarbeitet hatte und irgendwie ungläubig staunend. Danach habe ich das getan, was ich immer getan habe. Weiter gemacht.


Ich habe die Vorteile der Online- Arbeit entdeckt. Yoga Online geht- was vor dieser Zeit für mich als undenkbar galt, hat sich hier als stabile Größe entpuppt. Ich habe jeden Tag dazu gelernt- gemeinsam mit all den Teilnehmern, die in meine Kurse kamen.



Und ganz ehrlich- so viele Teilnehmer gleichzeitig hatte ich noch nie- sie hätten auch gar nicht in mein Studio gepasst.

Feste Gruppen, zarte Freundschaften und einen ganzen Koffer voller Erfahrungen habe ich aus dieser Zeit mitgebracht und begegne Corona dank dieses Repertoires in Dankbarkeit. Noch ist Nichts vorbei. An dieser Stelle kann die Frage nach dem "was bleibt" nur mit einer Zwischenbilanz beantwortet werden.

Also- Was übrig bleibt? - Erfahrung. Und Dankbarkeit ohne Zynismus. Und ein nachdenklicher Blick auf die Prioritäten unserer Gesellschaft. 


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