Leinen los...

Aktualisiert: Juli 8

Wie eine Familie (für drei Monate auf einem 11 Meter langen Segelboot) leben möchte

Die Midsommar im Heimathafen- Blick auf den Museumshafen Rostock


Segel setzen und los...oder?!


Ich gebe zu- es ist nicht unser erstes Mal. Mittlerweile darf ich im achten Jahr meinen Som- merurlaub auf der Midsommar verbringen. Mein Mann fährt sie seit über 12 Jahren. Und mein Sohn hat mit seinen 5 Jahren bereits einen nicht unerheblichen Teil seines Lebens an Bord verbracht. Wenn er groß ist, werde ich ihn damit ärgern können, dass er schon mit 4 Wochen auf unserem Kartentisch gewindelt wurde.


Wir sind also erfahren- trotzdem ist es immer wieder eine spannende Herausforderung, die Midsommer für die Wochen- und in diesem Fall Monate- vorzubereiten. Unsere Rollenverteilung hierbei ist klassisch- aber hat sich bewährt. Mein Mann sorgt sich um alle technischen und seglerischen Details- von der jährlichen Überholung der betagten Lady (immerhin feiert sie bald ihren 80. Geburtstag) bis zum Check-Up des Segelzubehörs. 

Mein Aufgabenbereich ist der, der dem eines Quartiermeisters am nächsten kommt- die Bestückung mit Lebensmitteln, die Vorbereitung des Innenraumes und das Packen der Seesäcke. 

Wer schon länger wie 2 Wochen unterwegs war ahnt, welche Herausforderung es darstellt, für drei Monate Kleidung zusammen zu stellen- wenn man nicht grade einen riesigen Schrankkoffer zur Verfügung hat.

Auch die Bestückung mit Lebensmitteln kann hier eine interessante Übung im Planen und Vorausdenken sein.

Zugegeben- hier liegen die Kekse oben. Das soll ja förderlich für die Moral an Bord sein- aber es ist an noch viel mehr zu denken. Vor allem nämlich an den äußerst begrenzen Stauraum auf einem so kleinen Segelboot.

Mehr Tipps zum Packen für lange Reisen, minimalistisches Reisegepäck und Lebensmittelempfehlungen für lange Reisen findest du hier:



Einfach Leben- damit alle einfach leben können


Vieles ist zu klären- und es steht ganz klar die Frage im Raum- was brauche ich eigentlich wirklich? Eine Frage, die wir uns vielleicht nicht nur beim Koffer packen stellen sollten.

Begrenzter Stauraum auf Reisen ist global wohl gleichzusetzten mit begrenzten Rohstoffen, Lebensraum, Wasser...


Im Großen wie im Kleinen ist an dieser Stelle Jeder aufgefordert, sich zu hinterfragen. Seinen Konsum zu hinterfragen. Seinen Lebensstil zu hinterfragen. Was brauche ich wirklich? Zumindest in unserer Gesellschaft eine der wichtigsten Fragen, die es unbedingt zu stellen gilt.


Einen inneren und äußeren Konstrast zu einer konsumorientierten Gesellschaft setzen, die in dekadentem Überfluss verblödet- das wärs doch.

Der Nutzen liegt auf der Hand- Reichtum! Ein MEHR an Zeit, ein MEHR an Sinnhaftigkeit, ein MEHR an Lebensqualität. Und nicht nur für uns- sondern für ALLE. Jeder ist hier eingeladen, sich auf die Reise zu begeben. Schritt für Schritt- jeder in seinem Tempo. Und irgendwie ist der Blick morgens in den Spiegel authentischer und geben wirs zu- befreiter.

Na dann..Leinen los!


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