Der längste Urlaub meines Lebens- eine Generalüberholung

Aktualisiert: Juli 10

In einer Zeit der allgemeinen Verwirrung und der Neuordnung beschließt eine Familie, auszusteigen. Nicht ganz natürlich- aber lang genug, um einiges auf den Prüfstand zu heben

Es ist Juni- die Corona-Krise hält den Planeten immer noch fest im Griff. Während Menschen um ihr Leben kämpen und manchmal gewinnen und manchmal verlieren, werden in Deutschland die ersten Öffnungen beschlossen. Es sind verwirrende Zeiten mit Entschlüssen, die zumindest ich nicht immer nachvollziehen kann. Die Gesellschaft in der ich lebe, zeigt sich mit einem Gesicht, das mit fremd geworden ist. Menschen , von denen ich dachte ich kenne sie, zeigen mir eine Seite an sich, die ich dort nicht vermutet hätte.


Theoretisch könnte ich mein Yogastudio wieder öffnen- jeh nach Lockerungs-Regelung mit 3, oder mit 5 Leuten gleichzeitig. Nicht schlecht- vielleicht. Für mich hat sich hier die Frage gestellt, wie ich die Öffnung meines Studios und die eventuell damit verbundene Gefährdung von Menschenleben mit dem Prinzip Ahimsa- der yogischen Gewaltlosigkeit- in Einklang bringen kann. Eine Suggestivfrage- ich weiss. Deswegen bleibt es zu.


Ich möchte Niemandem vor den Kopf stoßen mit der Entscheidung. Und ich möchte sie nicht diskutieren. Das KYZ bleibt zu- und ich nutze die Zeit für Neuordnung. Mein Geschäft, meine Prinzipien, meinen Blick auf die Dinge, meinen Kopf neu zu ordnen- eine Generalüberholung, wenn man so will.


Wir beschließen als Familie, unsere Zeit bis zum Beginn des Herbstes auf unserem Segelboot zu verbingen. Ein Abenteuer, was uns für fast 3 Monate aus der Zeit trägt- Welle um Welle, Seemeile um Seemeile hinaus aus dem Alltag hin zu einem höchst eigenen Rhythmus in der Einsamkeit der ostschwedischen Schären.


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